Neurobiologie der Angst und
verhaltenstherapeutische Grundlagen
Angst ist ein Problem in der
Hundeerziehung mit vielen Facetten: Es gibt Hunde mit Trennungsangst, Schuss-
und Geräuschängsten, Angst vor bestimmten Untergründen, Angst vor anderen
Hunden, vor Männern oder vor zu viel Aufmerksamkeit. Einige Hunde scheinen sich
vor fast allem zu fürchten, andere verhalten sich im Alltag normal, geraten
aber in Panik, wenn sie mit ihrem Auslöser konfrontiert werden und flüchten
kilometerweit – auch über Straßen.
Die Anlage zur Ängstlichkeit
bringen einige Rassen und Individuen schon mit auf die Welt. Sie haben eine
genetische und neurobiologische Prädisposition für Ängste. Wie entsteht Angst
im Gehirn und woran erkenne ich beim Welpen von außen, ob sein kleines Gehirn
besonders ängstlich ist? Worauf kann ich bei der Auswahl der Rasse (-mischung)
und des konkreten Welpen achten?
Neben der Genetik spielen
auch die Umwelt und die Lernerfahrungen eine wichtige Rolle. Diese verändern
das Gehirn in seiner Funktion und sogar in seiner Struktur. Was passiert in den
ersten Lebenswochen bei der Mutter (Bindung, Modelllernen) und bei den
Halter*innen in der Sozialisationsphase (Umweltgewöhnung)? Welche Rolle spielen
unangenehme oder sogar traumatische Erfahrungen im späteren Leben des Hundes? Welche
Angsterkrankungen können dadurch entstehen?
Dann widmen wir uns dem
Umgang mit Ängsten: Ignorieren oder Unterstützen, Konfrontieren oder Vermeiden?
Warum funktionieren einige Trainings- und Therapieansätze bei manchen Hunden so
gut und bei anderen gar nicht? Wie wirkt Verhaltenstherapie gegen Ängste? Können
Psychopharmaka eine Lösung sein?
Robert Mehl nimmt die
Teilnehmer mit auf eine Reise durch das ängstliche Gehirn mit dem Ziel, ein
differenzierteres Verständnis für ein allgegenwärtiges Gefühl zu schaffen.
Das Seminar richtet sich an
Hundetrainer*innen und Hundehalter*innen, die sich für die Neurobiologie und
Verhaltenstherapie der Angst interessieren. Der Schwerpunkt liegt auf der
Vermittlung theoretischer Kenntnisse, die anhand von Beispielen anschaulich
gemacht werden. Konkrete Fälle der Teilnehmer können in diesem Rahmen nicht
analysiert werden. Das Seminar enthält keine praktischen Arbeiten.